Offener Innovationsprozess für helfen.de

offene InnovationsprozesBei kreativen Prozesse, wie einer Unternehmensgründung, steht man vor der Frage, wann und wem man seine Idee erzählen soll. Natürlich hat man immer die Angst, dass die Idee geklaut werden kann und die Konkurrenz damit schneller auf dem Markt kommt. Ich persönlich bin ein Fan von Open Innovation, d.h. möglichst früh sein Konzept zu präsentieren und damit aktiv das strategische Innovationspotenzial der Außenwelt nutzen.

An der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin bestreite ich dieses Sommersemester mit Begeisterung das Themenfeld „Social Entrepreneur“. Professor Junge ist seit Mitte der Neunzier Jahre Inhaber der Top-Level-Domain Helfen.de, er beauftragte uns mit der Aufgabe ein Betreiberkonzept unter sozialen, aber auch betriebswirtschaftlichen Aspekten zu designen.

Mit folgendem Expose möchte ich euch ab Stunde Null an meiner Gestaltung teilhaben lassen. Ich freu mich auf den regen Austausch mit euch, gerne könnt ihr mich auch per Mail kontaktieren news(at)ben-wiegelmann.de.

Expose

Thema:

Ein Betreiberkonzept für die Top-Level-Domain www.helfen.de unter Berücksichtigung von sozialen, aber auch betriebswirtschaftlichen Aspekten.

Die Passion der Webseite ist es als Informationsportal Bürgern beim Helfen zu helfen.  Neben redaktionellen Inhalten über rechtliche Aspekte, Aufklärung über Zertifizierungen, Berichterstattungen von Hilfsprojekten etc. hat die Webseite die Chance in zwei Punkten die Beste zu werden.

Erstens eine umfangreiche Datenbank für den Deutschsprachigen Raum, die mit Content der User und den Hilfsorganisationen erstellt wird. Die Helfenden sollen eine gleichberechtigte Auflistung von regionalen, wie internationalen Hilfsorganisationen und Projekten vorfinden und mit einer einfach zu bedienenden Suchmaske für persönliche Präferenzen filtern können. Hierbei sollen Gesuche von den Organisationen und Projekten für Geldspenden und ehrenamtliche Tätigkeiten annonciert werden. Speziell bei den ehrenamtlichen Tätigkeiten, wird der Wunsch nach temporärer „Zeitarbeit“ erfüllt, so ist es möglich sich an einem beliebigen Zeitraum zu engagieren ohne langfristige Verbindlichkeiten einzugehen.

Zweitens die „Wir sind Helfende“ Community ist wichtiger Bestandteil, hierbei treten die Helfenden und Organisationen in Kommunikation. Die User können die Organisationen bewerten, empfehlen, von ihren Erlebnissen als Besucher vor Ort oder auch den Erfahrungen im Ehrenamt berichten, auf redaktionelle Berichte von Dritten hinweisen und die Gesuche und Spendenaufkommen der Organisationen historisch verfolgen. Eine Auflistung aktueller Veröffentlichungen im Internet über die Organisation im Sinne von Google Alert ist ebenfalls denkbar. Dieses Grundgedanke sorgt für Transparenz und mitbestimmende Gestaltung.

Im Gegenzug bekommen die User von den Organisationen Referenzschreiben und Empfehlungen für ihre erbrachten ehrenamtlichen Tätigkeiten. Als nicht monetäres Anreizsystem ist ein „Sammelpunkte/sternchen“ System für erbrachte Leistung denkbar, dies ermöglicht eine Vergleichbarkeit unter den Usern.

Der wirtschaftliche Motor könnte aus verschiedenen Teilen bestehen.

  1. Ein Sponsoring der Seite, (B2B, B2G)

dies sollte – um die gleichberechtigte Auflistung zu gewähren – keine konkurrierende Hilfsorganisation sein. Denkbar wäre ein Sponsor aus der Industrie in Verbindung mit seinen CSR-Maßnahmen, aber auch Unterstützung von der Europäischen- oder der Bundesregierung ist in Erwägung zu ziehen.

Durch die regionale und thematische Filtermöglichkeit könnte die Datenbank auch für verschieden Interessenten individuell gebrandet und zur Verfügung gestellt werden z.B. Kreissparkassen, Gemeinden.

       2.    Möglichkeit der Einnahmequelle sind Premium Accounts (B2NGO).

a) Neben der kostenlosen Vermittlung des temporären Ehrenamtes und Geldspenden, eine erweiterte, kostenpflichtige Vermittlung von Fachpersonal zur Festeinstellung in NGOs und branchenspezifische Weiterbildungsträger anzubieten. (Craigslist Prinzip)

b) Den Organisationen ein erweiterten Zugriff auf relevante Daten wie Spendeverhalten, Umfrageergebnissen oder werbliche Anschreiben an potenzielle Spender (opt-in) zu ermöglichen.

         3.    Möglichkeit bezahlte Kooperationen mit Unternehmen (B2B).

a) Die „Wir sind helfende“ Community ist die ideale Zielgruppe für Unternehmen die wollen, dass ihre CSR-Maßnahme an der richtigen Stelle Aufmerksamkeit bekommt. Die Unternehmen stellen einen Geldbetrag zur Verfügung und die Community kann entscheiden welche Organisation das Geld erhalten soll. Dies hätte ein starken viralen Effekt, das Unternehmen veröffentlicht seine Aktion unter den Mitarbeitern und Stakeholdern, die Hilfsorganisationen bitten in ihren Netzwerken um Stimmen, die votenden User setzen sich für was ein und veröffentlichen diese ebenfalls und wir als Helfen.de stellt die Plattform und Information für Public Relation und auf Partnerseiten bereit.

b) Es bestände des weiterem auch die Möglichkeit in CSR affinen Unternehmen ein Tag des Ehrenamtes zu inszenieren und diese zu vermitteln und zu betreuen.

          4.     Adoption in die reale Welt (B2C, BCG, B2NGO, B2C)

Das virtuelle Konzept von Helfen.de analog auf regionale Messen präsentieren. Die Organisationen bekommen die Möglichkeiten sich vorzustellen, fachspezifische Vorträge und Workshops sollen den Austausch fördern.  Finanziert durch Standmiete, Zuschüssen von Gemeinden, Sponsoren und Eintrittsgeldern.

           5.       Für die helfen.de/community (B2C)

Durch das Wortspiel „helfende“ können Community Circle entstehen die gleiche Interessen haben und sich gemeinsam auf Organisationen aufmerksam machen und sich dafür einsetzen. Dabei ist auch ein Wettbewerb unter den Gruppen vorstellbar. Wie z.B: Helfende-Motorradfahrer, – HWRler, – Schöneberger, – Lions Berlin etc.

Diesen Gruppen kann man in Kooperation mit Print on Demand Produzenten von Aufklebern bis T-Shirts jeglichen Merchandise anbieten.


Stand der Forschung (Wettbewerb):

Es gibt viele Verzeichnisse von Spendenorganisationen und Ehrenämtern, welche von unterschiedlichsten Institutionen angeboten werden, z.B. Banken, Beerdigungsinstitute, Stadt Berlin, auf Landesebene usw.

Aber ich habe bei der Recherche keine vollständige deutschlandweite Auflistung gefunden, die die Möglichkeit des Austausches in der Community bietet. Meist sind die Filtermöglichkeiten unzureichend und die Angebote des Ehrenamtes nicht zeitlich begrenzbar.

Methoden / wie soll das Thema bearbeitet werden ?

Neben einer ausführlichen Konkurrenzanalyse  und der Auswertung von statistischen Daten zum Ehrenamt und Spendeverhalten möchte ich eine Umfrage auf Helfen.de durchführen, dies soll nach Absprache parallel zur Veranstaltung Marktforschung bei Prof. Dr. Joachim Scholz-Ligma stattfinden. Ein Experteninterview mit den Gründern von  Spendino.de könnte die Arbeit abrunden.

Der Prozess der Ausarbeitung wird von mir auf dem Blog  realfounder.wordpress.com veröffentlicht und soll zum öffentlichen Austausch, nach dem Open Innovation Prinzips, anregen.

Arbeitsschritte /evt. Probleme:

Das Betreiberkonzept von Helfen.de soll in Form eines klassischen Business Plans in folgender Gliederung dargestellt werden.

  1. Executive Summary (Mission)
  2. Team/Organisation
  3. Produkt
  4. Marktanalyse
  5. Marketing und Vertrieb (Wie verkaufen wir?)
  6. Produktion/Leistungserstellung/Logistik
  7. Erläuterung zum Finanzplan
  8. Finanzen

Die Herausforderung in der Ausarbeitung des Betreiberkonzeptes liegt in der Erarbeitung eines Alleinstellungsmerkmals, welches nicht so leicht zu imitieren ist. Um ein großes Netzwerk mit möglichst vielen Organisationen und Usern zu erstellen bedarf es einer geringen Anmeldehemmnis durch ein alternatives Finanzierungskonzeptes.

Ein eindeutiger Wettbewerbsvorteil ist in die Top-Level-Domain, die Vertrauen schafft und Kooperationen vereinfacht.

 

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4 comments

  1. Ich bitte euch um Mithilfe!
    Folgende Fragen beschäftigen mich Aktuell:
    Was haltet Ihr von dem Konzept generell und haltet ihr es für realistisch?
    Kennt ihr aktuelle Statistiken oder Artikel über das Thema?
    Würdet ihr euch an solch einer Community beteiligen?
    Kennt Ihr ähnliche Konzepte von anderen Seiten?

  2. anton2you sagt:

    Hallo Ben! Ich finde es sehr stark das du das alles hier so offen legst! Ich denke Feedback bringt einen immer weiter und da ich ja in einem der anderen Teams ebenfalls auf helfen.de arbeite ist natürlich auch für uns der Input den du hier generierst interessant. Viele deiner Fragen bzw. Anregungen haben wir ja schon in vielen Gesprächen besprochen. Ich glaube aber auch, um an dein vorheriges Kommentar anzuschließen: Gerade beim Thema helfen ist der Community Gedanke ein ganz starker und elementarer!

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