Marktanalyse des Ehrenamtes – Helfen.de

eaBei der Marktanalyse eines Betreiberkonzeptes für die Domain Helfen.de beschäftige ich mich aktuell mit dem Ehrenamt in Deutschland. Die Seite Helfen.de soll hauptsächlich bei zwei Arten des Helfens Informationen bieten, Netzwerke unterstützen und Organisationen mit freiwillig helfenden Bürgern zusammen führen.  Zum einen durch die transparente Auflistung und Bewertung der klassischen Geldspende und zum Anderen das freiwillige Bürger-Engagement fördern. Ich erhoffe mir ein Synergieeffekt bei dem Aufbau einer helfenden Community in Deutschland durch die thematische Zusammenführung. Über den aktuellen Stand des Ehrenamtes betrachte ich zwei repräsentative Studien, die ich euch nicht vorenthalten möchte.

Die Entwicklung des Konzeptes soll sich als öffentlicher Innovationsprozess gestalten.Ich bin für jede Anregung dankbar.

 

>>Update: hier die Vollständige Analyse und Businessplan als Pdf helfen.de <<

Marktanalyse Ehrenamt

Die umfangreiche Studie „ Hauptbericht des Freiwilligensurveys 2009“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend belegt einen Anstieg im Zeitraum von 1999 bis 2009 von 34% auf 36% für das Freiwilligen Engagement innerhalb der deutschen Bevölkerung.  Dies entspräche ca. 29 Million Bundesbürger.

Das Ehrenamt bei den abhängig Beschäftigten gewinnt in Deutschland noch stärker an Bedeutung. Das Engagement steigerte sich von 18% 1999 auf 27,6% 2011. Auch der Wunsch ein Ehrenamt auszufüllen nahm in den letzten 12 Jahren von 3,5% auf 14,5% zu. Das heißt fast jeder siebte abhängig Beschäftigte spielt dem Gedanken sich feiwillig zu engagieren. Dies belegt eine aktuelle, repräsentative Studie des Ministeriums für Arbeit, Integration und Soziales des Landes Nordrein-Westfalen.

Ehrenamt Beschäftigte

 

 

Ehrenamtliche Tätigkeiten der abhängig Beschäftigten fanden im Jahr 2011 zu einem Drittel im Sport statt. Mit einem nennenswerten Zuwachs in den letzten 12 Jahren von  26,2% auf 33,2%.

In kirchlichen Organisationen ist jeder fünfte Ehrenamtliche aktiv 18,8%. Mit 14,9% verzeichnet das Rettungswesen Zuwächse von 11,2% auf 14,9 % in 2011. An vierter Stelle mit 14,1% ist das kulturelle Engagement.

Politik hat dagegen an freiwilligen Aktivisten mit einem von 14,3% auf 4,5 % verloren.

Bereiche Ehrenamt geschlecht

 

 

Beim Gender-Vergleich der abhängig Beschäftigten übernehmen Männer mit 30,8% häufiger als Frauen mit 21,1% Ehrenämter, wobei die Interessen variieren. Frauen sind eher in der Kirche, Bildung  und Soziales aktiv, wobei Männer sich im Vergleich gehäuft in Sport und Rettungsdienst betätigen.

Bereiche von ehrenamtlichen Tätigkeiten nach Geschlecht und Altersgruppen 2011

Freiwilligenarbeit ALter

Das freiwillige Engagement ist in allen Altersgruppen vertreten. Im allgemeinen  Durchschnitt der gesamt deutschen Bevölkerung 36%. Besonders in der Alterklasse 35- bis 44-Jährigen ist eine Steigerung der Quote in den letzen Jahren von 38% 1999 auf 42 % 2009 zu verzeichnen. Die freiwilligen Aktivitäten sind bei Familien stark präsent. Einerseits werden Eltern durch ihre Kinder an die freiwilligen Aufgaben im Bereich Kindergarten, Schule,  Sport, Kultur und Musik herangeführt. Anderseits  bietet der Bereich für Kinder und Jungendliche vielfältige Entfaltungsmöglichkeiten.

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Die Frage welche Zielgruppe das freiwillige Engagement zu Gute kommt beantwortet die Freiwilligensurveys Studie. 41% der Tätigkeiten sind keiner speziell segmentierten Zielgruppe zu zuordnen. Bei den älteren Menschen ist innerhalb von 12 Jahren ein Zuwachs von 8 auf 10 Prozentpunkten zu verzeichnen. Im Gegensatz dazu ein Rückgang bei der Zielgruppe Frauen von 4% auf 2%. Mit 1% wurden Ausländer und Zuwanderer angesprochen.

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Die Tätigkeitsfelder der Freiwilligen sind vielfältig und verlangen meist eine thematische Ausrichtung und Qualifikation. Der Zeitaufwand beträgt im Durchschnitt 16  Stunden pro Monat  und ist zu 72% mit regelmäßigen terminlichen Verpflichtungen verbunden.

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Die organisatorischen Rahmenbedingungen sind zu 47% in Vereine, 14% kirchliche oder religiöse Einrichtungen, 13% Gruppen, Initiativen, 9% staatliche oder kommunale Einrichtungen, 7% Verbände, 3% Parteien, 7% Private Einrichtungen, Stiftungen, Sonstiges vertreten.

Bei nur 43% der Befragten war in der Organisation ein hauptamtlich Festangestellter vertreten. Und nur bei 61% ein Ansprechpartner für die Freiwilligen vorhanden. Besonders die stark vertretenen Vereine können dies anscheinend nicht für ihre Ehrenamtlichen leisten. Bei kirchlichen 77%, staatlichen 77% und kommunalen 73%  Einrichtungen ist die Verfügbarkeit eines Ansprechpartners existent.

Die Motivation „ Warum man sich freiwillig engagiert“ wurde im Jahre 2009 mit folgenden Fragen gewichtet.

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Die Erwartung an die freiwilligen Tätigkeit 2009

a) Dass die Tätigkeit Spaß macht.

b) Dass man damit anderen Menschen helfen kann.

c) Dass man etwas für das Gemeinwohl tun kann.

d) Dass man mit sympathischen Menschen zusammenkommt.

e) Dass man die eigenen Kenntnisse und Erfahrungen einbringen kann.

f) Dass man die eigenen Kenntnisse und Erfahrungen erweitern kann.

g) Das man mit Menschen aus anderen Generationen zusammen kommen kann.

h) Dass man eigene Verantwortung und Entscheidungsmöglichkeiten hat.

i) Dass man für die Tätigkeit auch Annerkennung findet.

j) Dass man auch eigene Interessen vertreten kann.

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Der Wunsch, „dass man die eigenen Kenntnisse und Erfahrungen erweitern kann“ mit einer Gewichtung von 3,7 belegt auch des Weiteren das Bedürfnis von 37% an die Organisationen bessere Weiterbildungsmöglichkeiten den Freiwilligen zu bieten.

An den Staat haben die Freiwilligen primär mit 55% der Befragten, den Vorschlag nach „Besseren Information und Beratung über Möglichkeiten des freiwilligen Engagements“.

Die Internet Affinität der freiwilligen Engagierten hat sich in den letzten Jahren wie in allen Tätigkeiten des Alltags gesteigert. Nutzten 2004 noch 44% der Ehrenamtlichen das Internet so sind es 2009 schon 59% der Befragten und es ist davon auszugehen, dass der Trend noch anhält. Alle Altergruppen nutzen das Medium, allerdings ab der Altersgrenze ab 60 wird es weniger benutzt aber auch da gibt es einen deutlichen Zuwachs. Besonders die berufliche und politische Interessenvertretung, Jugendarbeit und Erwachsenenbildung schätzen die Nutzung des Internet zu Kontakt- und Netzwerkaufbau und -pflege als sehr wichtig ein.

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Datenquelle der Grafiken 1 und 2 Studie des Ministeriums für Arbeit, Integration und Soziales des Landes Nordrein-Westfalen.

Datenquelle restlichen Grafiken Hauptbericht des Freiwilligensurveys 2009

 

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3 comments

  1. […] Als helfende Zeitspender in Form von Ehrenamt/Freiwilligenarbeit sind 36% der Deutschen aktiv, das sind hoch gerechnet rund 29 Mio. Bürger. Siehe dazu Auswertung des Hauptberichtes des Freiwilligensurveyes. […]

  2. […] ******* Weiter Blogeinträge zu Thema Helfen.de: Offener Innovationsprozess für Helfen.de Marktanalyse des Ehrenamtes – Helfen.de Kurzpräsentation des Konzeptes Helfen.de Endgültiger Helfen.de Businessplan und Analyse als 58 S. […]

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