Kurzpräsentation des Konzepts Helfen.de

Helfen.deHeute stellte ich den Dozenten und Kommilitonen der Hochschule für Wirtschaft und Recht den Stand meiner Ausarbeitung des Betreiberkonzepts für die Domain Helfen.de vor. Kernnutzen der Plattform soll eine Datenbank mit Spendeaufrufen, Stellengesuche für Ehrenamtlichen „Zeitarbeit“ und der Veröffentlichung von Veranstaltungen sein. Die aktuellen und lokal relevanten Gesuche sollen über  individualisierbare Plug Ins über regionale Webseitenbetreiber verbreitet werden.

>>Update: hier die Vollständige Analyse und Businessplan als Pdf helfen.de <<

Was gibt es für „Helfen.de“?

32% der Privatpersonen in Deutschenland sind helfende Spender, welche laut einer Studie der GFK im Auftrag des Spendenrates insgesamt eine Summe von 4,262 Mrd.€ bereitstellen.

Als helfende Zeitspender in Form von Ehrenamt/Freiwilligenarbeit sind 36% der Deutschen aktiv, das sind hoch gerechnet rund 29 Mio. Bürger. Siehe dazu Auswertung des Hauptberichtes des Freiwilligensurveyes.

Statistik Spendenaufkommen in Deutschland

Statistik Spendenaufkommen in Deutschland

Als dritter Pfeiler sind natürlich helfenden Organisationen zu nennen, die in ihrem Ausprägung und Engagement vielfältig sind. 580.298 eingetragene Vereine und 18.946 Stiftungen waren 2011 in Deutschland registriert und die Tendenz ist stetig steigend. Der Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen hat weltweit 3.382 NGOs anerkannt. Nicht genant sind noch die unzähligen weiteren Organisationsformen wie nicht eingetragene Vereine, Klubs, Gewerkschaften, gGmbH, Genossenschaften, AGaG etc.

Die Statistiken deuten die unfassbaren Dimensionen des Helfens an und zeigen auf, dass  die vielfältige  Ausprägung des Engagements nur schwer in einzelne Schubladen zu unterteilen sind. Bei der Herausforderung wie man mit der Seite Helfen.de den Personen und Organisationen bei ihrer Arbeit unterstützt, sah ich nur die Möglichkeit in persönlichen Gesprächen mit Vertretern der Helfenden die Bedürfnisse zu erfahren.

Freunde fürs Leben

Ich traf mich mit Laura, sie arbeitet hier in Berlin für den Verein „Freunde fürs Leben“, der sich für Suizidprävention einsetzt. Ich würde ihre Tätigkeit als Lobbyarbeit für die betroffenen Personen beschreiben. Die Organisation leistet vielseitige in Form von Pressearbeit über das Bereitstellen von allgemeinen Informationsmaterial in Print-, Online- und als Videoform bis hinzu verweisen für Betroffne und Angehörigen zu weitern operativen Organisation. „Freunde für Leben“ arbeiten nicht direkt mit dem betroffen Klientel, was die „Erfolgsmessung“ und das damit abhängige Fundraising etwas erschwert. Die Notwendigkeit der beschriebenen Arbeit weist die brisante Statistik auf, dass bedauerlicherweise im Durchschnitt sechs Jugendliche und junge Erwachsene (unter 40) in Deutschland täglich Selbstmord begehen. Der eingetrage Verein wurde von einem Berliner Entrepreneur gegründet, der hauptberuflich eine „PR-Agentur“ betreibt. Laura persönlich ist durch Praktikum und Ehrenamttätigkeiten zu der NGO gekommen. Aktuell ist sie die einzige  Festangestellte, durch variierendes Spendenaufkommen ist dies aber immer wieder zeitlich begrenzt. Unterstützung für öffentliche Auftritte bekommt der Verein durch Ehrenamtliche, Praktikanten, Prominente Schirmherren und Akteuren aus der Medienbranche.

Die ZeitschenkerInnen

House of Life ist in meiner direkten Nachbarschaft eine Einrichtung für betreutes Wohnen für Menschen im Alter von 20-55 Jahren. Das Haus biete 118 Einzellzimmer. Es arbeit vor Ort vorwiegend junges Personal, welches sich auf die Krankheitsbinder wie HIV, Parkinson, Schädel Hirntrauma usw. spezialisiert hat. Parallel zu dem Betrieb der Einrichtung und des dazugehörigen Fördervereins hat sich ein weiterer Verein mit dem schönen Namen „Die ZeitschenkerInnen “gegründet. Die Ehrenamtlichen „ZeitschenkerInnen“ möchten mit verschiedensten Angeboten den Bewohnern das Leben möglichst schön gestalten. Dazu gehört das Betreiben des „Cafe Bohne“,  hier werden am Wochenende die Bewohner zu kostenlosem Kaffe und Kuchen eingeladen. Dadurch soll dem Alltag, sogar mit selbstgebackenem Kuchen und einem Plausch, etwas Abwechslung geboten werden. Des weitern können an sieben Computerplätzen die Bewohner unter Betreuung im Internet surfen. Die Unkosten werden durch Spenden, unter Andrem auch über das Portal Betterplace.org, regeneriert.

Ich konnte beim Hoffest vergangene Woche mit insgesamt sieben Personen des Vereins sehr informative Gespräche führen. Dabei  war die heterogene Mischung  der Truppe beeindruckend. Von jungen IT Kaufmännern bis zu 70-jährigen ehemaligen Ministerien Mitarbeiterin. Ihnen ist es wichtig, dass jeder sich mit seinem persönlichen Interesse einbringt, ob es Vorlesen, Kaffee- und Gesprächsrunden, Blumen- und Gartenpflege, Veranstaltungsplanung oder mit den Bewohnern kochen, backen, reden, spielen ist.

Persönliche Eindrücke

Die Gespräche haben mir ein sehr persönlichen Eindruck in die vielfältigen Funktionen vom Pflegedienst, Öffentlichkeitsarbeit, Veranstaltungsorganisation, Fundraising, persönlichen Betreuung bis zu administrativen Aufgaben gewährt. Dafür möchte ich mich erstmal herzlichst bedanken!

Wenn sich in der Vielfältigkeit ein Konsens abzeichnet, dann würde ich ihn in folgenden Punkten beschreiben.

Der Hauptgrund warum man für NGOs arbeitet und sich durch Freiwilligenarbeit beteiligt ist das „GUTE GEFÜHL“. Die Akteure sind zu 100% intrinsisch motiviert, auch wenn mal hier und da zur Sprache kam, dass das Ehrenamt in der Öffentlichkeit und vom Staat nicht richtig gewürdigt wird, ging es um die Nichtbeachtung der Projekte und nicht der eigenen Person. Persönliche Antreiber können noch sein, zu sehen dass man Sinnvolles schafft und das damit verbundene direkte Feedback. Die Aufwertung des eigenen Selbstbewusstseins und die eigenen Fähigkeiten durch die Herausforderung zu erweitern ist ebenso ein Grund. Last but not least, soll der Gesellschaft was zurück geben werden, da es einem selbst „gut geht“.

Der Wunsch nach mehr Beachtung in der Presse und in Form von kostenloser Werbefläche wird gehäuft genannt, um Spenden oder Ehrenamtliche Unterstützung zu bekommen. Auffällig ist auch, dass alle Akteure wesentlich auf private Netzwerke zurückgreifen. Auch wenn über Spendenplattformen wie Batteplace.org akquiriert wird, ist der Teil von Wiederholungsspendern und Bekannten hoch. Beim Fundraising kommt auch ein lokaler Bezug zum Tragen, so ist es auch öfter mal der ansässige Apotheker, Arzt oder Unternehmer der Unterstützung beisteuert.

Bei der Gewinnung von ehrenamtlicher Unterstützung ist der „First Moment of Truth“  wichtig. Dem potenziellen Freiwilligen muss die Hürde des ersten Kontaktes genommen werden.  Dies ist oft durch die Heranführung von Bekannten inszeniert, welche einen ersten Einblick verschaffen und die Bedenken nehmen. Weiter Möglichkeiten diese Schwelle zu nehmen ist zu verdeutlichen, dass die Freiwilligenarbeit nicht auf  Lebenszeiten verpflichtet und auch schon eine einmalige  Unterstützung sehr hilfreich sein kann.  Die Tätigkeit sollte auch den individuellen Wünschen und Qualifikationen entsprechen.

Der erste Kontakt zu potenziellen Helfern ermöglichen oft öffentliche Veranstaltungen, vom Tag der offenen Tür, kulturellen Events bis zu informellen Messen des Ehrenamtes. Diese werden von den Organisationen oft Angeboten und in Anspruch genommen, aber auch hier ist der Wunsch nach mehr öffentlicher Aufmerksamkeit.

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Das Angebot von Helfen.de

Die beschriebenen Bedürfnisse der Organisationen möchte ich gerne mit einer innovativen Dienstleistung auf Helfen.de stillen. Dies könnte ich mir wie folgt vorstellen.

Ein Datenbank-Portal in der die Organisationen mit drei wesentlichen Säulen

1. Spendenaufrufe für aktuelle Projekte

(Kooperation mit etablierten Crowdfunding Plattformen denkbar.)

2. Börse für temporäre offene Stellen im Ehrenamt

(Zeitarbeit/Probearbeiten zur Unterstützung des „First Moment of Truth“)

3. Veröffentlichung von öffentlichen Events der Organisation

(von informellen bis kulturellen Angeboten – „First Moment of Truth“)

Dabei stellt die Domain Helfen.de die zentrale Informationsplattform und Datenbankstruktur dar. Durch individuelle Plug Ins soll der Content auf vielfältige lokale Partner Internetseite verbreitet werden. Die Verbreitung über verschiedenste Seiten könnte sich zu einer Alternative zu den klassischen Medien wie Tageszeitung, Magazinen und Radio entwickeln, da die Presse die vielfältigen Informationen der zahlreichen Organisationen nicht genügend Aufmerksamkeit bieten kann.

Die Plug Ins sollen für gebräuchliche Content Mangement Systemen zur Verfügung gestellt werden. Der Partner kann diese nach Größe und farblicher Gestaltung individuell anpassen. Dies ist durch generierte HTML-Codes oder auch „Plug and Play“ über CMS wie WordPress für den leihen realisierbar. Eine Integration von entsprechenden Unterseiten auf Facebook ist für Untenehmen und Künstlerseiten bereits einfach umsetzbar. Spekulative wird dies auch bald für private Profile auf Facebook möglich sein.

Der Inhalt der generierten Webseite bzw. Banners soll ein Art Newsfeed (Nachrichtenstrom) darstellen. Die eine kleine Auswahl an aktuellen, bald ablaufenden Gesuche für Spendenprojekte, Ehrenamts-Stellen und öffentliche Veranstaltung der NGOs anzeigen. Den Nachrichtenstrom kann der Partner individuell filtern. Die lokale Filterung kommt einer großen Bedeutung zu, so kann der Bereitsteller des Newsfeed oder auch der Seitenbesucher durch die Eingabe der Postleitzahl regional eingrenzen. Geotageting bzw. für Mobile Endgeräte der „Local Based Sevices“ ist eine weitere Möglichkeit den Newsfeed regionale Relevanz zu zumessen, hierbei wird über die IP Adresse automatisch der Ort des Betrachters bestimmt.

Zielgruppe der lokalen Partner können regionale Untenehmen, Ärzte, Kommunen, öffentliche Einrichtungen, Schulen, Organisationen, Private Internetblogbetreiber etc. sein.

Die Hauptmotive der Newsfeed Partnerseiten sind:

 Das „Gutes Gefühl“ helfen zu können

Regionale Relevanz

Aktuelle wechselnde Inhalte auf der eignen Webseite

Powerpoint Präsentation

4 comments

  1. Sofia sagt:

    Super Idee, super Konzept, super präsentiert! :-)

  2. danke, danke, danke – hat spass gemacht! :-)
    jetzt kommt die eigentliche Arbeit.

  3. Betterplace.org wollen sich verstärkt dem zeit spenden verschreiben und das noch auf mobilen geräten. da gibt es in den ansätzen parallelen. aber interessant ist, dass hier eine finanzierung über 3 jahre möglich ist.
    http://www.vodafone.de/unternehmen/presse/pm-archiv-2012_201382.html

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